Immer, wenn ein neues Jahr beginnt - dann liegt da ein neuer Kalender. Was tragen Sie zuerst ein? Den Urlaub? Oder die Geburtstage? 
Andere wichtige Feste? Besondere Erinnerungstage: die erste Begegnung, der Hochzeitstag, andere Erinnerungen, vielleicht auch den Tag, an dem jemand starb, der mir wichtig war? 
Manches kann ich schon mal eintragen - das neue Jahr bekommt Struktur. Da ist nicht ein Tag wie der andere, nicht eine Zeit so wie alle Zeiten. 
Das Jahr hat einen Rhythmus - in den Jahreszeiten, in den Arbeits- und Ferienzeiten, in den Festen und im Alltag. All das hilft, sich zu erinnern, die Feste geben Erinnerungen einen Ort und eine Zeit.

Immer, wenn ein neues Jahr beginnt - für die Kirche beginnt es bereits am 1. Advent. Und auch das Kirchenjahr mit allen wiederkehrenden Festen erinnert und schafft Platz: Es erinnert an die wichtigsten Geschichten und Gedanken des christlichen Glaubens und schafft Ort und Zeit für Freude und Nachdenklichkeit, für Feiern und Fasten.

Genau das war übrigens der Advent früher: eine Zeit des Fastens und der Besinnung. Während wir heute in der Adventszeit so viele Plätzchen essen, dass wir zu Weihnachten keine mehr mögen, wurde damals gefastet. 
Der Advent war wie die Passionszeit vor Ostern: eine Vorbereitungsphase, Gelegenheit zum Nachdenken. 
Das unterscheidet das Kirchenjahr von unserem weltlichen Jahr: Vorbereitungszeiten sind ruhige Zeiten. Nicht hektisches Planen und Organisieren stehen im Mittelpunkt, sondern Zeit zum Nachdenken.

Advent heißt Ankunft - auf die Ankunft Jesu bereiten wir uns vor. Wer da kommt, das erzählt die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem: Ein König, aber einer, der anders ist, als wir das von weltlichen Herrschern kennen. (1. Advent). Der da kommt, der wird einmal diese ganze Welt verändern, damit sie so wird, wie Gott es wollte - darum denken wir auch daran, dass Jesus versprochen hat wiederzukommen, und dass dann alles anders wird. (2. Advent) Zunächst einmal aber sollen wir anders werden und deshalb hören wir von Johannes dem Täufer, der vor Jesus gepredigt hat und die Menschen aufrüttelte (3. Advent) und schließlich ist Jesu Ankunft ein Grund zur Freude - so, wie Maria sich auf ihr Kind freute (4. Advent).