Auf den Spuren eines bedeutenden Lieddichters und aufrechten Menschen

Am 24.  August  2013  fuhr  die  Kirchengemeinde  nach  Nowa  Sol,  der Partnerstadt Senftenbergs und Bytom an der Oder.
38 Gemeindemitglieder  machten sich gutgelaunt  auf  den Weg in unser Nachbarland.  Kirchenlieder  von Jochen  Klepper  begleiteten  uns  in den Tag. Das Ziel  im ehemals deutschen Neusalz erreichten wir gegen 10:00 Uhr.
Nach  einer  kurzen Kaffeepause  besichtigten wir die dortige Kirche, die früher  einmal  von  den evangelischen  Christen genutzt wurde.

In  der  Kirche  erinnern Porträts  an  den  Pater Maximilian  Kolbe,  der mit  einer  Gruppe  von jüdischen  Kinder  in  den Tod  ging,  um  sie  nicht verlassen zu müssen.
In  Yad  Vashem  (Israel) wurde er deshalb mit  einer  Plakette  im Garten der Gerechten unter den Völkern geehrt.
Ein zweites Bild zeigt den Franziskanerpater Bruder Albert, der als reicher Mann den Armen sein Vermögen opferte und sein späteres Leben ganz in den Dienst  der  Ärmsten stellte.  Er  hieß mit  bürgerlichem Namen  Adam Chmielowski und lebte von 1845-1916.

„Jeder Arme,
der an die Tür kommt,
ist aufzunehmen, für längere oder kürzere Zeit
und es ist ihm das zu geben, was man kann,
auch wenn man selbst dadurch etwas Not leidet
oder anderen Futter nimmt.“
Bruder Albert

Bei einer Stadtrundfahrt wurde  uns  die  Arbeit der  „Bruder  Albert Siftung“ erläutert. Sie  zeigte  uns,  wie durch  den Strukturwandel  viele Probleme  und  große Armut entstanden sind (Bild 2).

Und  auch  wie wichtig  die  tätige Solidarität  unserer Gemeinde  in  der Lazarushilfe mit den dortigen  Menschen ist, die sehr dankbar aufgenommen wird (Bild 3).

Grażyna  (li.),  Mitarbeiterin  derBruder  Albert  Stiftung in NowaSol,  und  Pfarrerin  Michler  imGespräch. Diese  Stiftung  kann  mit  derArbeit der Diakonie bzw. Caritasbei uns verglichen werden. (Bild 4)

Nach dem leckeren Mittagessen ging es weiter nach Bytom (Beuthen) an der Oder. Dort angekommen, besuchten wir den Friedhof,  auf  dem eine  Gedenktafel an den bedeutenden Lieddichter  und Schriftsteller  Jochen  Klepper erinnert,  der  in  Beuthen  geboren wurde (Bild 5). 

Neben seiner  Bedeutung als  Dichter ist besonders seine aufrechte Haltung in der NS-Zeit zu bewundern, weil er lieber  mit  seiner  jüdischen Frau undTochter in den Tod ging, als diese zu verlassen.

Das Geburtshaus von Jochen Klepper. (Bild 6).
Hier, im ehemaligen Pfarrhaus, wurde er inder Wohnung unten rechts geboren.

Die Besichtigung von Bytom Odrzański  war  interessant,  weil  die Stadt einen wesentlich besseren Eindruck machte als Nowa Sol (Bild 7).

Impressionen aus Bytom:
Einen  herrlichen  Anblick bietet  das  Ensemble restaurierter  Wohnhäuser auf dem Marktplatz.
Und  er  ist  zugleich einladend  zum  Verweilen, mit  noch  kleinen  und schönen  Bäumen! (Bild 8).

Das war eine Entdeckung!
Gleich am Markt eine alte und  konservierte Beschriftung.
Sie weist  darauf hin,  dass sich  hier  einmal  eine Buchhandlung  der Herrnhuther  Brüdergemeine befand. (Bild 10).

Der Nachmittagskaffee mit selbstgebackenem Kuchen stärkte uns für den weiteren Tag (Bild 12).

Die  Rückfahrt  führte uns dann über  Pförten, wo  als  zusätzlicher Bonus  eine  Besichtigung  der  Schlossruine des  sächsischen Grafen Brühl  erfolgte,  dessen Todestag in diesem Jahr sich zum 250. mal jährt.
Das  großartige  Schloss welches noch als Ruine steht,  wird  seit  einiger Zeit rekonstruiert.
Gegen  20:00  Uhr  waren  wir  müde,  aber  mit  vielen  interessanten Eindrücken wieder in Senftenberg.
Unser  besonderer  Dank  gilt  Wolfgang  Pätzold,  der  mit  großer Sachkenntnis und Engagement die Leitung der Tour hatte.

Die ganze Reisegruppe vor dem größten Gartenzwerg (5,40 m!) der Welt in einem Spielpark in Nowa Sol mit recht viel Plastik-Getier. (Bild 13).

Fotos