Erhebung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge wird automatisiert

Das Verfahren zur Erhebung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge wird ab 2015 für alle Beteiligten wesentlich vereinfacht und automatisiert.
Die zum Abzug der  Kirchensteuer  verpflichteten Banken erhalten dann vom  Bundeszentralamt  für  Steuern  die  Religionszugehörigkeit  der Steuerpflichtigen auf elektronischem Wege verschlüsselt mitgeteilt.

„Das neue Verfahren erfüllt die hohen Anforderungen des Datenschutzes“, betont  Petersen. Die  Verarbeitung  des  „Religionsmerkmals“  –  einer sechsstelligen  Kennziffer  –  erfolgt  in  einer  gesicherten  Umgebung. Bankmitarbeiter erfahren nicht, welcher Kirche der Kunde angehört.
 „Wer dennoch wünscht, dass diese Kennziffer seinen Geldinstituten nicht mitgeteilt  wird,  kann  der  Weitergabe  widersprechen  und  einenSperrvermerk setzen lassen“, sagt der EKD-Steuerreferent. Dafür wird es künftig ein amtliches Formular beim Bundeszentralamt für Steuern (www.bzst.de)  geben. In diesem Fall  muss  das Kirchenmitglied aber im Rahmen seiner Steuererklärung im Folgejahr die entsprechenden Angaben machen.
„Kirchenmitglieder müssen künftig also keinen gesonderten Antrag mehr stellen, damit die Kirchensteuer direkt von den Banken einbehalten und an die Finanzämter  abgeführt  wird.“,  erläutert  Jens Petersen,  Steuerreferent der  Evangelischen  Kirche  in  Deutschland  (EKD). Die  Finanzbehörden leiten die Steuer dann an die jeweilige evangelische Landeskirche weiter. Kapitalerträge  sind  als  Teil  des  Einkommens  schon  seit  längerem steuerpflichtig  und  auf  die  Lohn- und  Einkommensteuer  von Kirchenmitgliedern  wird  als  Zuschlag  regelmäßig  die  Kirchensteuer erhoben und an Kirchen und Religionsgemeinschaften abgeführt. Auch der Hebesatz für die Kirchensteuer in Höhe von 8 Prozent (Bayern und BadenWürttemberg) oder 9 Prozent (alle übrigen Bundesländer) verändert  sich nicht.
Die Kapitalertragsteuer selbst wird bereits seit 2009 automatisch direkt an der  Quelle  ihrer  Entstehung,  also bei  den Banken einbehalten.  Bei  der Kirchensteuer  auf die Kapitalerträge war  dieses Verfahren nur möglich, wenn die Kunden der Bank ihre Religionszugehörigkeit mitteilten.

Weitere Informationen: www.kirchenabgeltungssteuer.de
Pressestelle und Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland
(EKD Herrenhäuser Straße 12 30419 Hannover)