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Liebe Gemeinde,
der erste von 9 Konfirmanden im Jahr 1800 hieß: Christian Gotthelf.
Er war „Joh. Christian Krastaus, Amtsfischers einziger Sohn“, verzeichnet auf einem losen Blatt, erst ab 1830 wurden eigene Kirchenbücher angelegt. Das  erste  Mädchen  (unter  Nr.  4),  das  in  unserer  Peter-Paul-Kirche konfirmiert  wurde  hieß:  Friederike  Charlotte,  „Carl  Friedrichs  älteste Tochter“, ihr bereits verstorbener Vater war Musiker.
Das Fest der Konfirmation hatte es anfangs schwer sich durchzusetzen. Martin Luther lehnte sie eher ab, weil er damit den einzigartigen Charakter der Taufe als Sakrament  gefährdet  sah. Braucht es denn eine Ergänzung zur  Taufe?  Luther  sagte  „Nein!“  Anders  sahen  es  die  Schweizer Reformatoren, allen voran Martin Bucer.

kirche0288So setzte sich die Konfirmation erst langsam durch, befördert auch von der pietistischen  Erweckungsbewegung  im 18.  Jahrhundert,  die  ein  klares persönliches  Bekenntnis  für  wichtig,  ja  heilsnotwendig  ansah. Flächendeckend begann es ab 1800 zur Tradition zu werden. Und erst um 1830 bekamen die Konfirmanden auch Konfirmationsscheine,  später sind es dann „Urkunden“.
Auf  der  ältesten  von  1830  für  Amke  Tholen,  die  mir  Frau  Karge  aus Norden schickte, steht: „Zum Andenken an ihren Bundestag“. Etwas rätselhaft mag das zunächst klingen, meinte aber die Festigung des Taufbundes aus Kindertagen zwischen Gott und Mensch.
Mit  dem „Ja“ bekennt sich der  Konfirmand oder  die Konfirmandin nun selbst zu diesem Bund. Wie bei einer Vereinbarung üblich, gibt es dafür verbindliche  Regeln.  Für  den  Menschen  sind  die  10  Gebote  „vertragsbestandteil“ und auf Gottes Seite die Zusage des Segens und  Bewahrens. So, wie es bei Jeremia steht:
„ Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel  hinfallen;  aber  meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.“ Kap. 54,10
Für uns Christen verbindlich ist  das Gebot der  Liebe,  das Jesus für das Wichtigste hielt: „Gott lieben, seinen Nächsten, sich selbst“ Markus 12,30

Tröstlich ist mir der Gedanke, einen Verbündeten zu haben, eine Kraft, die mich nicht verlässt! In Brot und Wein erinnere ich mich dieses Bundes,  spüre:  ich darf sein, schmecke: wie gut mir Gott ist.

Mit ihm wage ich es den Kampf aufzunehmen gegen die Angst und das Böse,  ...  immer  neu aufzustehen! Mit  Gott  im Bunde kann mich keiner verbiegen und werde ich nicht zerbrechen!
Konfirmation heißt „Stärkung“ -  wer  bräuchte sie nicht,  jeden Tag aufs neue.  Unsere  Urkunde  möge  uns  an  unser  „Ja“  erinnern  und  unser Konfirmationsspruch uns leiten. Viel Freude dabei!

... wünscht Ihr Pfarrer Manfred Schwarz.