Liebe Gemeinde,

kirche0296das Fernweh treibt uns, besonders in der Sommerzeit, in die Ferne oder wenigstens weg von zu Hause.
Ferienzeit, Urlaubszeit ... ist Reisezeit.
Etwas möchte man schließlich erleben und Neues Sehen.
„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben“ - und danach den Daheim gebliebenen davon erzählen.
Wie auf dem Bild zu sehen, kann man auch schon vor der Reise was erleben.
Unser Kater, nun schon recht betagt mit 17 Jahren, hat uns einmal ziemlich überrascht. Wir machten während des Packens für unsere Urlaubsreise eine kleine Teepause. Beim weiteren Zusammenpacken bot sich dieses seltsame Bild, der Koffer war schon voll. Und neben den Koffer hatte sich noch gleich die Katze gelegt, wohl, um uns etwas mitzuteilen.
In etwa so: „Nehmt uns doch mit! Soviel Platz brauchen wir doch gar nicht. Wir gehören auch dazu! Lasst uns nicht allein zurück!“ Tiere ahnen sich anbahnende Veränderungen und Ungemütliches aufs leiseste.

Nun sind Katzen, im Gegensatz zu Hunden, keine reisefreudigen Gefährten. Sie lieben die gewohnte und vertraute Umgebung!
Also geht es nicht! Beim besten Willen nicht!
Aber vielleicht war es auch der stille Vorwurf: „Müsst ihr immer in die Ferne schweifen?!“ Bleibt doch mal daheim. Gibt es denn mit uns nichts zu erleben?
Angelus Silesius (1624-1677, Lyriker und Theologe) schreibt:

„Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir:
Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.“

Also dürfte es spannend sein, einmal auf „Balkonien“ den Urlaub zu verbringen: im Garten, den Wolken zuschauen, etwas Lesen ... Zeit haben füreinander für Familie und Freunde.
Und Zeit für sich selbst! Bleib bei dir, kehr ein bei dir selbst – auch das kann eine spannende Entdeckungsreise werden, ein Abenteuer!

Ist der Weg zur Erleuchtung schwierig oder leicht? „Weder noch.“ „Warum nicht? „Weil sie dort nicht ist.“ „Wie reist man also zum Ziel?“ „Man reist nicht. Es ist eine Reise ohne Entfernung. Hört auf zu reisen, und ihr seid da.“

Gesegnete Ferien- und Urlaubstage  wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Manfred Schwarz