Liebe Gemeinde,

kirche0296das Fernweh treibt uns, besonders in der Sommerzeit, in die Ferne oder wenigstens weg von zu Hause.
Ferienzeit, Urlaubszeit ... ist Reisezeit.
Etwas möchte man schließlich erleben und Neues Sehen.
„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben“ - und danach den Daheim gebliebenen davon erzählen.
Wie auf dem Bild zu sehen, kann man auch schon vor der Reise was erleben.
Unser Kater, nun schon recht betagt mit 17 Jahren, hat uns einmal ziemlich überrascht. Wir machten während des Packens für unsere Urlaubsreise eine kleine Teepause. Beim weiteren Zusammenpacken bot sich dieses seltsame Bild, der Koffer war schon voll. Und neben den Koffer hatte sich noch gleich die Katze gelegt, wohl, um uns etwas mitzuteilen.
In etwa so: „Nehmt uns doch mit! Soviel Platz brauchen wir doch gar nicht. Wir gehören auch dazu! Lasst uns nicht allein zurück!“ Tiere ahnen sich anbahnende Veränderungen und Ungemütliches aufs leiseste.

Wir träumen von Reisen durch das Weltall:
ist denn das Weltall nicht in uns?
Die Tiefen unseres Geistes kennen wir nicht.
Nach Innen geht der geheimnisvolle Weg.
In uns, oder nirgends ist die Ewigkeit
mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft.
Novalis

 

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Liebe Gemeinde,
der erste von 9 Konfirmanden im Jahr 1800 hieß: Christian Gotthelf.
Er war „Joh. Christian Krastaus, Amtsfischers einziger Sohn“, verzeichnet auf einem losen Blatt, erst ab 1830 wurden eigene Kirchenbücher angelegt. Das  erste  Mädchen  (unter  Nr.  4),  das  in  unserer  Peter-Paul-Kirche konfirmiert  wurde  hieß:  Friederike  Charlotte,  „Carl  Friedrichs  älteste Tochter“, ihr bereits verstorbener Vater war Musiker.
Das Fest der Konfirmation hatte es anfangs schwer sich durchzusetzen. Martin Luther lehnte sie eher ab, weil er damit den einzigartigen Charakter der Taufe als Sakrament  gefährdet  sah. Braucht es denn eine Ergänzung zur  Taufe?  Luther  sagte  „Nein!“  Anders  sahen  es  die  Schweizer Reformatoren, allen voran Martin Bucer.

Es war einmal, ...
dass die Tiere einen Gemeindekirchenrat bilden wollten.
In  Scharen  drängten  sie  sich,  um  gewählt  zu  werden.  Der  Elefant trompetete:  „Ich trample  alle  nieder,  wählt  mich!“  Das  Kamel  empfahl sich, es könne alle verschaukeln und sei äußerst genügsam.  Der Hamster wollte sich im Finanzwesen engagieren, während sich das Eichhörnchen als Rechnungsprüfer anbot. Der Pinguin meinte, er würde eine gute Figur als  Prädikant  abgeben.  Die  Nachtigall  warb  wegen  ihrer  langjährigen Verdienste  um  die   Kirchenmusik.  Der  Rabe  spekulierte  auf  den Kindergottesdienst wegen seiner sprichwörtlichen Kinderliebe.
Der Eichelhäher,  als Waldpolizist,  wollte sich um die Jugend kümmern, und das dicke Schwein wollte Gemütlichkeit verbreiten. Der Pfau glaubte, nur er käme für den Vorsitz in Frage, wegen seiner schönen Federn. Alle  waren  so  entzückt  von  sich  selbst,  dass  sie  die  Wahl  gar  nicht abwarteten.

kirche0167Nicht auf die Präzision, mit der wir unsere Apparate bedienen,
nicht auf die geschickte Ordnung, mit der wir unseren Verkehr meistern,
sondern auf unser Herz, das sich öffnet, auf unsere Ohren, die lauschen,
auf unsere Hände, die einander finden und sich falten können, kurz:
auf das eigentlich Menschliche des Menschen kommt es in der Christnacht an.
Und im tiefsten Grunde wissen wir das auch.
Nur wenn wir den Menschen in uns retten, kann sich Gott im Menschen offenbaren.

Gertrud von le Fort (1876-1971)