Zum Gedenken an den 200. Todestagdes Liederdichters Matthias Claudius

aus dem Brief an seinen Sohn Johannes im Jahr 1799:
 
Gold und Silber habe ich nicht; was ich aber habe, gebe ich dir.

Lieber Johannes!
Die Zeit kömmt langsam heran, dass ich den Weg gehen muss, den man nicht wieder kömmt. Ich kann dich nicht mitnehmen und lasse dich in einer Welt zurück, wo guter Rat nicht überflüssig ist.
Niemand ist weise von Mutterleibe an; Zeit und Erfahrung lehren hier und fegen die Tenne. Ich habe die Welt länger gesehen als du.
Es ist nicht alles Gold, lieber Sohn, was glänzet, und ich habe manchen Stern vom Himmel fallen und manchen Stab, auf den man sich verließ, brechen sehen.
Darum will ich dir einigen Rat geben und dir sagen, was ich gefunden habe und was die Zeit mich gelehret hat.

„Was ist der Mensch ..., dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind ..., dass du dich seiner annimmst?“ Psalm 8, 5

Diese Frage, liebe Gemeinde, habe ich mir schon soooo oft gestellt...
Was findet Gott an uns – uns unvollkommenen Wesen ...?

Fürbitte im Gottesdienst vom 11. Januar
nach dem Attentat vom 7. Januar auf die Redaktion von Charlie
Hebdo und die nachfolgenden Ereignisse

Himmlischer Vater,
wir denken voller Entsetzen an die Ereignisse in Frankreich.
Wir bitten dich für die ermordeten Journalisten und Polizisten, an die
jüdischen Opfer. Tröste ihre Familien und stehe ihnen bei.

Hilf uns, angemessen zu reagieren, ohne Angst, ohne Rachegefühle.
Lehre uns, von Angesicht zu Angesicht einander zu begegnen und
gemeinsam Verantwortung zu tragen.
Wehre dem Fanatismus.
Bestärke alle in Europa,
die Brücken zwischen den Religionen bauen.

Du bist der Gott aller Menschen, der Gott der Vielfalt und der Ewigkeit.
Ermutige uns und schenke uns Kraft, an deinem Reich zu arbeiten.
Gib uns die Kraft, uns unermüdlich einzusetzen:
für das friedliche Zusammenleben,
für die Brüderlichkeit und
für die Achtung der Anderen in ihrer Verschiedenheit und Fremdheit.
Lass uns in Flüchtlingen keine Last sehen – sondern in ihnen unsere
Nächsten zu erkennen, denen wir in Liebe begegnen.

Wir rufen zu Dir, damit die Meinungsfreiheit und Glaubensfreiheit
weiterhin in aller Welt gewahrt werden.
Und dass wir einander mit Respekt begegnen.
Wirke Frieden zwischen den Menschen, den Religionen und den Völkern.

Schenke allen Gläubigen den Willen, ihren Glauben zu vertiefen, damit
alle verstehen, dass in keiner Religion im Namen Gottes Gewalt
gerechtfertigt ist.
Schenke uns auch die Kraft für die Täter zu beten.

Dies bitten wir durch Jesus Christus. Er ist unser Friede.
In seinem Namen bitten wir Dich: Vater unser im Himmel ...

Liebe Gemeinde

nein, nein, das ist doch kein Weihnachtsbild!!!kirche0366
Maria und Josef stehen im Bretterverschlag, und das Kind liegt auf einer Holzkiste. Weihnachten am Rand. Das verschlägt mir die Sprache.
Kein Ochs und kein Esel, die Wärme verströmen, kein Heu und kein Stroh, auch die lieblichen Engel, die Hirten oder die 3 Weisen fehlen.
Kein Stern von Bethlehem weist auf den Stall. Da ist nur dieses grell strahlende Licht in der Mitte, das alle auseinander treibt. Weißes, eiskaltes Licht, nicht der trauliche Kerzenschein oder das Feuer der Kochstelle ...

„Der Herr aber richte eure Herzen aus  auf die Liebe Gottes  und auf die Geduld Christi.“ 2. Thessalonicher 3, 5

 Liebe Gemeinde, liebe interessierte Leser unseres Monatsplanes!

Alt und Neu: 2 Worte unserer Sprache ..., kleine Worte ..., neutrale Worte zuallererst ... Doch kommen sie in Berührung; setzt man sie in Beziehung zu Ereignissen; zu Menschen; zum Leben; zum Glauben werden sie groß und voller Gefühle!